Neue Website des Netzwerks Grundeinkommen

 

 

Der neue Webauftritt des Netzwerks Grundeinkommen ist da!

 

Diese bisherige Website wird schrittweise vom Netz genommen. Das ist aber kein Schaden, denn die neue ist viel besser. Ausprobieren!

www.grundeinkommen.de

 

 

 

 

 

Über das Grundeinkommen

Ein Grundeinkommen ist ein Einkommen, das bedingungslos jedem Mitglied einer politischen Gemeinschaft gewährt wird, ohne Bedürftigkeitsprüfung oder Arbeitspflicht. Es stellt eine Form von Mindesteinkommenssicherung dar, die sich von den zur Zeit in Europäischen Ländern und fast allen Industrienationen existisierenden in drei grundlegenden Hinsichten unterscheidet:

Die Autonomie der Bürgerinnen und Bürger (mehr Autonomie für Unternehmer innen und Unternehmer durch deren Befreiung von der Verantwortung als "Arbeitgeber", mehr Autonomie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch die grundsätzliche Verfügbarkeit der Möglichkeit der Nicht-Erwerbstätigkeit bzw. einer sinnvollen Tätigkeit außerhalb der Erwerbsarbeit, mehr Autonomie für Eltern durch die größere Einkommensunabhängigkeit usw.), die Verteilungsgerechtigkeit, die Anfeuerung der kapitalistischen Wertschöpfung und Rationalisierungsdynamik, die Flexibilität des Arbeitsmarktes, die Effizienz des Sozialstaates, die Wahrung der Würde der Ärmeren und die Beseitigung von Stigmatisierungen vor allem bei den gegenwärtig Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern, die Humanisierung der Arbeit, die Förderung der Bildung, die Stärkung der Familien und die Steigerung der Geburtenrate, die Förderung von Existenzgründungen wie auch von ehrenamtlichen Tätigkeiten, die Förderung von Kreativitätspotentialen durch die Möglichkeit der Muße und anderes mehr wurde zugunsten des Grundeinkommens angeführt.

Aber es ist das Scheitern aller bisherigen Versuche der Lösung des Problems der Massenarbeitslosigkeit, welches in den letzten Dekaden dazu geführt hat, daß die Grundeinkommensidee quer durch Europa und die Welt von einer wachsenden Zahl von BürgerInnen, WissenschaftlerInnen und Organisationen ernst genommen wird.

Es gibt eine große Bandbreite von Modellvorschlägen. Sie unterscheiden sich in der Höhe des Grundeinkommens, in den Quellen seiner Finanzierung, in der Art und Größe der Einsparung anderer Transferzahlungen und in vielen weiteren Hinsichten. Kurzfristige Vorschläge konzentrieren sich in der gegenwärtigen Diskussion auf Modelle eines partiellen Grundeinkommens, das kein voller Ersatz für die existierenden Formen der Sicherung eines Mindesteinkommens wäre, aber eine – allmählich wachsende – Einkommensbasis darstellte, zu der andere Einkommen hinzukämen, inklusive herkömmlicher Transferzahlungen reduziert um den Betrag des partiellen Grundeinkommens.

Viele namenhafte europäische und außereuropäische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich in der Zwischenzeit für ein Grundeinkommen ausgesprochen, unter ihnen zwei Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften. In einigen Ländern beginnen Spitzenpolitikerinnen- und -politiker, auch von Regierungsparteien, die Grundeinkommensidee offen zu unterstützen. Gleichzeitig wächst die Literatur zu den ökonomischen, gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Aspekten des Grundeinkommens wie auch die Zahl derer, die ein Grundeinkommen befürworten oder sich für es interessieren. In der ganzen Welt werden mehr und mehr Grundeinkommensnetzwerke gegründet.

In Deutschland nimmt seit der endgültigen Verabschiedung der sogenannten Hartz IV-Gesetze Mitte 2004 das Interesse am Grundeinkommensvorschlag als grundlegender Alternative zur Politik des Druckausübens auf Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger stark zu. In der Mitte dieses Jahres wurde auch das deutsche Netzwerk Grundeinkommen gegründet, welches auf dem 10. Kongreß des Basic Income Earth Network (BIEN) im September 2004 als deutsches Grundeinkommensnetzwerk offiziell anerkannt wurde.

 

Zur Geschichte der Grundeinkommensidee siehe den englischsprachigen Text:
A Short History of Basic Income - Philippe Van Parijs